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Technoweb 2.0

Partner:

  • Siemens SIS
  • uma information technology GmbH
  • Center for Usability Engineering
  • Institut für Informatik der Universität Innsbruck

Technoweb 2.0 ist ein unternehmesweites Knowledge Networking Werkzeug das im Rahmen des Softnet II Programmes von der Siemens SIS entwickelt wird. Technoweb 2.0 wird weltweit eingeführt und soll den Wissensaustausch und den Austausch von Innovationen innerhalb der verschiedenen Siemens Bereiche fördern. Der verfolgte Lösungsansatz baut auf seinem Vorgänger Technoweb 1.0 – das in Österreich und den CEE Staaten in den letzen Jahren eingesetzt wurde (7000 Mitarbeiter der Siemens PSE und 40.000 Mitarbeiter der Siemens SIS) – auf. Das im Rahmen des Projektes entwickelte Werkzeug wird Schritt für Schritt für alle Siemens Mitarbeiter weltweit in Betrieb genommen (derzeit ca. 400.000). Diese extrem hohe Anzahl an potentiellen Benutzern macht die Entwicklung entsprechend schwierig und vielschichtig.

Die Teilnahme am Knowledge Networking ist auf freiwilliger Basis und daher ist die Akzeptanz der Anwendung sehr stark von einer positiven User Experience und dem konkreten Nutzen, den die Anwendung stiftet, abhängig. Die Einführung eines Enterprise 2.0 Werkzeuges für eine weltweite Community von möglichen Nutzern ist nicht nur eine Frage der technischen Machbarkeit des Werkezuges, vielmehr ist der Zugang zu einer wertschöpfenden und allgemein akzeptierten Funktionalität für die verschiedenen Wissensbereiche der unterschiedlichen Organisationseinheiten, Länder und kulturellen Hintergründe (beides Unternehmenskultur und nationale Eigenheiten) für die erfolgreiche Einführung entscheidend. Um die Lernkurve für das Werkzeug möglichst flach zu halten wird Techoweb 2.0 daher in mehreren kleineren Schritten eingeführt.

Technoweb 2.0 soll aber auch ein Treiber für drei Aspekte innerhalb von Siemens sein:

  • Knowledge Networking über Organisationsgrenzen: Wie aus der Literatur und aus den Erfahrungen mit Technoweb 1.0 bekannt ist – fördert die Kommunikation zwischen Wissensarbeitern über organisatorische Grenzen hinweg die Innovation und erhöht auch die Produktivität. Siemens wendet diesbezüglich Konzepte wie z.B. „communities of practice“ and „communities of interest“ im Rahmen von Technoweb 2.0 an. Im Gegensatz zu vielen anderen Werkzeugen zum Wissensmanagement, wird kaum ein Gewicht auf die Externalisierung von implizitem Wissen gelegt, da die Erfahrung gezeigt hat, daß die Halbwertszeit des relevanten Wissens für Externalisierung zu kurz ist.

  • Änderung der Einstellung und des Verhaltens: Ein zweiter Aspekt betrifft die Änderung der Einstellung und des Verhaltens von unterschiedlichen Benutzern. So verwendet die jüngere Generation Social Media Werkzeuge und Web 2.0 Anwendungen im Allgemeinen häufig bereits privat („Digital Natives“). Für diese „Digital Natives“ gibt es sehr wahrscheinlich kaum Hemmnisse die schon aus dem privaten Bereich bekannten Technologien auch am Arbeitsplatz einzusetzen. Demgegenüber gibt es große Gruppen von „Digital Immigrants“ und (im respektlosen Jargon der „Digital Natives“) „Digital Ignorants“, welche den sozialen Medien weniger aufgeschlossen bis abweisend gegenüber stehen. Diese Gruppen – typischerweise älter als die „Digital Natives“ – weisen aber hohe Erfahrung und relevantes Wissen für den Geschäftserfolg der Firmen auf. Daher ist es wichtig diese Gruppen als aktive Teilnehmer in Technoweb 2.0 zu integrieren.

  • Open Innovation: Die Teilnahme von externen Personen (als ein Modell für Open Innovation) ist natürlich auch ein Aspekt des Technoweb 2.0 Projektes. Die Herausforderung besteht diesbezüglich auch in der geeigneten Gestaltung von Benutzerschnittstellen im internationalen Kontext des Technoweb 2.0.

Die Auflistung und Priorisierung von Anforderungen im dargestellten Umfeld stellt eine wesentliche Herausforderung dar, welche das Projekt von der klassischen Projektentwicklung (Auftragnehmer und Auftraggeber stimmen die Anforderungen genau ab) bzw. klassischer Produktentwicklung (der Produktmanager priorisiert die Anforderungen auf der Basis der Markterwartung, der Rückmeldungen der Anwender oder vorhergegangenen Versionen) unterscheidet: Kulturelle Veränderungen können hingegen in einem geplanten und gesteuerten Prozeß nicht erfaßt werden.

Daher ist die „User Experience“, die Erwartungshaltung und die Rückmeldungen auf allen Ebenen (Management, Techniker, verschiedene Organisationseinheiten etc.) eine wertvolle Quelle für das inkrementelle Abklären der eigentlichen Anforderungen an Technoweb 2.0. Es wird daher ein agiles Vorgehensmodell mit inkrementellen Entwicklungsstufen und intensiven Pilotphasen verfolgt. Dabei gibt es drei Gruppen von Anforderungen:

  • Anforderungen aus der aktuellen Unternehmenskultur

  • Anforderungen die kulturelle Veränderungsprozesse im Unternehmen unterstützen

  • Anforderungen die erst bei Umsetzung und Erprobung des Projektes entstehen

Im Rahmen des Projektes wird daher ein neuer Ansatz für Requirements Engineering im Bereich der sozialen Medien und Enterprise 2.0 Applikationen entstehen. Dieser nimmt Anleihe an klassischen Methoden des Requirements Engineering, berücksichtig aber insbesondere agile Softwareentwicklung, „UserExperience“, unterschiedliche Organisationseinheiten und den kulturellen Veränderungsprozeß.

In [Käfer and Heiss 2009] und [Wölbisch et al. 2009] wird der Siemens Zugang zu Knowlege Networking mit Technoweb beschrieben. [Rupp 2006] und [Robertson 2006] führen die iterative Anforderungsanalyse näher aus. [Geven et. al 2006] und [Subasi et al. 2009] zeigen weitere innovative Ansätze im Bereich der Anforderungsanalyse auf. [Seffah et. al. 2005] zeigt einen Ansatz um Usability Engineering in den Software Development Lifecycle zu integrieren und [Wolkersdorfer et al. 2008] zeigt dessen Anwendung auf agile Softwareentwicklung.

Das Theme Open Innovation and sein Einfluß auf den Geschäftserfolg wird in [Chesbrough 2006] diskutiert. Eine McKinsey Umfrage zum Thema Web 2.0 [McKinsey 2008] zeigt das Veränderungspotential durch Web 2.0 auf und [Achatz 2009] beschreibt den Zugang zu Open Innovation bei Siemens.

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